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Dona Rosa ist eine authentische Sängerin des Fado, keine gestylte Fado-Kunstfigur, die mit ätherischer Schönheit und hinreißendem Augenaufschlag die Schickeria zum Pop-Fado Event in die Hallen lockt. Rosa Francelina Dias Martins stammt aus einer Familie, die sich mit Betteln den Lebensunterhalt verdiente. Als die kleine Rosa nach einer Meningitis erblindete, ermöglichte man ihr trotzdem eine Ausbildung, bei der sie Lesen, Schreiben und einfache manuelle Arbeiten lernte und auch die traditionellen Lieder ihrer Heimat. Sie kehrte danach nicht zu ihrer Familie zurück, sondern blieb in Lissabon, wo sie mit anderen blinden Straßensängern in der Tradition der "cegos andantes" (umherziehende Blinde) mit Singen in den Straßen ihren Lebensunterhalt verdiente, bis sie von André Heller für sein Projekt "Stimmen Gottes" entdeckt wurde und danach bei JARO ihre erste CD aufnahm und auch begann, Konzerte zu geben. Im Jahr 2000, live präsentiert auf der Weltmusikmesse WOMEX in Berlin, begann für Rosa eine ganz neue Lebenserfahrung. Erstmals interessierte sich ein Publikum für ihre Person. Neue Dinge, die ihr Leben berührten, stürmten auf sie ein, verunsicherten Rosa, ließen sie zweifeln, da ihr Leben plötzlich von Grund auf verändert wurde. Ihre Geschichte stand auf der Titelseite der portugiesischen Zeitung Pública (12/2000), das 1. deutsche Fernsehprogramm (ARD) drehte einen Beitrag für das Kulturmagazin Kulturweltspiegel, Konzerte vielen europäischen Ländern folgten. 200 Konzerte gab Dona Rosa seitdem in Europa, und Dinge wie ein Flugzeug, von dem sie keinerlei Vorstellung hatte, sind ihr mittlerweile vertraut. Vieles mußte die über 40 Jahre alte Sängerin erst lernen, was für andere Alltag ist, gerade auch ein anstrengendes Tourneeleben ohne die gewohnte Umgebung. Die kleine Frau im mittleren Alter ist ein musikalisches Phänomen und mehr als das, ein Archetypus, der auszudrücken vermag, was Menschen bewegt: die Liebe, der Tod und die Schwierigkeit, in Würde zu leben. Dona Rosa, in ihrem Leben noch nie auf Rosen gebettet, hat ihren Weg gefunden. Etwas von dieser Kraft und ihrem Stolz kann sie dem Publikum vermitteln - ein Geschenk weit über das Musikalische hinaus. Sie scheint für den Fado geboren. Bei ihr verschmelzen die  melancholischen Melodien vom Unglück und Leid der Ärmsten, von tragischer Liebe und Tod, vom fernen Lächeln eines geliebten Menschen, den man nie wiedersehen wird, mit ihrer eigenen Lebensgeschichte. Nach einem ihrer Konzerte sagte sie in der Garderobe des Konzertsaals, als es um dieses Thema ging: " Am liebsten träume ich, denn im Traum kann ich sehen, da möchte ich dann gar nicht aufwachen."
Ein Gastbeitrag von Frau Nina Rademacher

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